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Bundesminister Andreas Scheuer bei der Konferenz zum Europäischen Hochgeschwindigkeits- und Nachtverkehr Connecting Europe Express in Berlin

Quelle: BMVI

Bundesminister Andreas Scheuer hat heute gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und Bahn-Chef Dr. Richard Lutz eine Delegation der Europäischen Kommission in der Hauptstadt willkommen geheißen. Diese war mit dem Connecting Europe Express, dem Botschafter des Europäischen Jahrs der Schiene, am Abend am Bahnhof Südkreuz eingetroffen. Anlässlich dessen findet morgen im Berliner Technikmuseum eine Highlevel-Konferenz zum Ausbau des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs statt.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Europa lebt durch mühelose grenzüberschreitende Mobilität – davon, dass es keinen Unterschied macht, ob man von Berlin nach Paris oder nach Paderborn reist. Mit Blick auf die großen Herausforderungen des Klimawandels muss die Bahn auch bei den innereuropäischen Verkehren eine stärkere Rolle spielen. Mit dem TransEuropExpress 2.0 stellen wir eine attraktive Alternative zum Fliegen auf die Schiene, die die europäischen Metropolen schnell und komfortabel verbindet. Unser Ziel: Mit der Bahn besser durch Europa.

EU-Kommissarin Adina Valean:

Der Connecting Europe Express ist ein Leuchtturmprojekt im Rahmen des Europäischen Jahres der Schiene, das unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beschlossen wurde. Er ist ein Beweis für die Fortschritte, die wir erzielt haben, und für die Vorteile des Schienenverkehrs in der EU. Seine bisherige Reise durch mehr als 20 Länder hat aber auch gezeigt, dass noch mehr getan werden muss, um einen wirklich einheitlichen europäischen Eisenbahnraum zu schaffen und die Transeuropäischen Verkehrsnetze zu vollenden. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um diese zusammenführenden Projekte zu vollenden, denn die Schiene ist nach wie vor ein wichtiger Verkehrsträger, um den grünen und den digitalen Übergang zu schaffen.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin:

Für eine größere Verbundenheit in Europa spielt der Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen eine wichtige Rolle. Und das gilt auch im Bahnverkehr. Dafür werben wir heute und dafür möchte ich auch aus der Berliner Perspektive werben. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass wir gerade auch die Strecken und die Bahnverbindungen in unser Nachbarland Polen deutlich verbessern. Nur ein Beispiel: Die Entfernung von Berlin nach Warschau ist nicht viel größer als nach Frankfurt am Main. Eine Zugfahrt dorthin dauert aber mindestens zwei Stunden länger. Das zeigt: Wir haben noch viel zu tun! Deswegen freue ich mich sehr über diesen Zug, über diese Initiative im Rahmen des Europäischen Jahres der Schiene. Sie ist ein wichtiger Impuls dafür, mit verbesserten Bahnverbindungen Europa weiter und ganz konkret zu stärken.

Bahn-Chef Dr. Richard Lutz:

Um mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen und mehr Güter auf die Schiene zu bringen, dafür brauchen wir auch im europäischen Maßstab eine Infrastruktur ohne Grenzen – sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr. Mit einem europäischen Infrastrukturnetzwerk und mehr Fahrzeugen, die grenzüberschreitend einsetzbar sind, können wir Bahnen gemeinsam schneller und attraktiver werden. Und damit unseren Auftrag erfüllen: mehr Menschen von der Schiene als dem grünen Verkehrsträger der Zukunft begeistern und überzeugen.

Zum TransEuropExpress 2.0

Am 21. September 2020 haben die EU-Kommission, die Verkehrsminister der europäischen Staaten und Branchenvertreter anlässlich der virtuellen Ministerveranstaltung „Innovativer Schienenverkehr – vernetzt, nachhaltig, digital“ im Zuge der deutschen Ratspräsidentschaft auch das Konzept „TransEuropExpress – TEE 2.0 zur Stärkung des grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeits- und Nachtverkehrs auf der Schiene für den Klimaschutz“ diskutiert. Am 17. Mai 2021 haben 21 Staaten dazu eine politischen Absichtserklärung (Letter of Intent – LoI) zur Umsetzung des Konzepts TEE 2.0 unterzeichnet.

Um eine neue Qualität des Angebots und Differenzierung zu dem etablierten System der EuroCity-Züge zu erreichen, sollen folgende Anforderungen an eine Verbindung für den TEE 2.0 gelten:

  • Ein TEE 2.0 verbindet mindestens drei Staaten bzw. zwei Staaten bei einem Laufweg von mindestens 600 km.
  • Ein TEE 2.0 erreicht eine Fahrgeschwindigkeit von mindestens 160 km/h auf einem wesentlichen Teil des Laufwegs oder eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h bezogen auf den ganzen Laufweg des Zuges.
  • Ein TEE 2.0 bietet ein erhöhtes Komfortniveau (freies WLAN, Klimaanlage, gastronomische Versorgung sowie ggf. Schlaf- und Liegewagen oder andere Komfortangebote bei Nachtzügen) gegenüber üblichen Reisezügen.

Weitere Informationen sowie Details zu den ersten Verbindungen finden Sie hier: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2021/048-scheuer-mit-der-bahn-unweltfreundlich-durch-deutschland-und-europa.html

Zur Highlevel-Konferenz am 30.09.2021

Die High-Level-Konferenz anlässlich des Halts des EU-Sonderzugs Connecting Europe Express steht unter dem Titel „Building a network of European long-distance rail services” und findet am 30. September von 10:00 Uhr bis 13:30 Uhr im Technikmuseum Berlin statt.

EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean (vertreten durch Herrn Dr. Walter Götz, Kabinettschef) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer werden die Konferenz eröffnen. Themen sind die Beseitigung von Hemmnissen für den Langstreckenfernverkehr, die Rolle der Schiene für eine nachhaltige Mobilität sowie neue Initiativen im grenzüberschreitenden Schienenverkehr. EU-Kabinettschef Götz und der Parlamentarische Staatssekretär Ferlemann fassen schließlich die Ergebnisse zusammen.

Die Veranstaltung kann hier live verfolgt werden: www.bmvi.de/connecting-europe-express

Zum Connecting Europe Express:

Der Connecting Europe Express (CEE) ist eine Initiative im Europäischen Jahr der Schiene 2021 und verbindet die portugiesische, slowenische und französische EU-Ratspräsidentschaft miteinander. Auf seiner Tour über den Kontinent verbindet der CEE rund 100 Städte, ehe er am 7. Oktober in Paris ankommt. Der Sonderzug, der auf der europäischen Normalspur fährt, besteht aus sechs Wagen von Eisenbahnunternehmen aus sechs Ländern: Österreich, Ungarn, Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland. Neben dem Ausstellungswagen gibt es je einen Konferenz-, Speise- und Schlafwagen sowie zwei Sitzwagen. Mit zahlreichen Aktionen in ganz Europa wird die Nutzung des Schienenverkehrs das ganze Jahr über gefördert und damit ein Beitrag zum Ziel des europäischen Grünen Deals – Klimaneutralität bis 2050 – geleistet.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: www.connectingeuropeexpress.eu

Zum historischen Trans Europ Express

Mit den grenzüberschreitenden Zügen des Trans Europ Express – TEE leisteten die Bahnen 1957 im Jahr der Römischen Verträge einen sehr sichtbaren Beitrag zur europäischen Integration. Das Bild des TEE wurde vor allem durch ein spezielles Modell geprägt: den Dieseltriebwagen der Baureihe VT 11.5. Das stromlinienförmige Design des Triebwagens mit dem TEE-Logo an der Front sowie seine hochwertige Ausstattung machten ihn zur Ikone des europäischen Bahnverkehrs. Einer der inzwischen historischen TEE-Züge wird dem Connecting Europe Express am Südkreuz Gesellschaft leisten. Der Zug aus dem Bestand des DB Museums in Koblenz wird anschließend auf der Anschlussbahn durch den Berliner Gleisdreieck-Park ins Technikmuseum verbracht, wo er in den kommenden drei Wochen besichtig werden kann.