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Gruppenfoto vom Start der Open RAN-Förderung

Quelle: BMVI

Das BMVI unterstützt innovative Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung neuer, softwaregesteuerter Netztechnologien (Open RAN). Dank offener Standards und Schnittstellen können in einem Open RAN-Netz Hard- und Software voneinander entkoppelt werden – anders als in den bisherigen geschlossenen Systemen, die an einen bestimmten Hersteller gebunden sind. Das reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, ermöglicht mehr Wettbewerb und erlaubt, dass neue Mobilfunkgenerationen schneller und günstiger per Softwareupdate eingeführt werden können. Besondere Bedeutung hat Open RAN zudem für die Digitalisierung von Wirtschaft und Industrie. Gerade auch für die Errichtung von 5G-Campusnetzen kann Open RAN aufgrund des hohen Individualisierungsgrads der Netzarchitektur ein wichtiger Treiber sein.

Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung und Erprobung von Open RAN. Das BMVI stellt dafür in den kommenden Jahren 300 Millionen Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket zur Verfügung. Ziel ist es, die Entwicklung und Erprobung der neuen softwaregestützten Netztechnologie in Deutschland voranzubringen und den Aufbau einer eigenen, unabhängigen Herstellerindustrie zu unterstützen. Damit sollen die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft des nationalen und europäischen Telekommunikationsökosystems ausgebaut und gestärkt werden.

Weitere Informationen zu Open RAN finden Sie im Infopapier und in der hier veröffentlichten Fördermitteilung.

Jetzt starten die ersten Förderprojekte:

  • Mit rund 17 Millionen Euro unterstützt das BMVI die Einrichtung eines Open RAN Lab (Projektlaufzeit bis 2024).
  • Mit rund 11,5 Millionen Euro unterstützt das BMVI zwei Modellprojekte in Open RAN Cities.
  • Mit rund 2,5 Mio. Euro unterstützt das BMVI ein Forschungsprojekt für ein „Open RAN Ökosystem“.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Wir starten einen Innovations-Inkubator ‚Made in Germany‘! Das von uns geförderte Open RAN Lab ist eine offene Plattform, die Vernetzung von Marktakteuren ermöglicht und technische Entwicklung beschleunigt. Alle interessierten Marktteilnehmer haben Zugang und können dort übergreifend zusammenarbeiten und voneinander lernen – egal ob Netzbetreiber, Netzwerklieferanten, oder neue Akteure wie Startups oder KMUs. In der Open Lab-Umgebung können sie forschen, ausprobieren, validieren und neue, innovative Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln. Damit stärken wir den Industrie- und Technologiestandort Deutschland und machen unsere Kommunikationstechnologie fit für die Zukunft.

In den von uns geförderten Open RAN Cities geht es jetzt schon direkt in die Anwendung im Live-Betrieb. Unter Realbedingungen wird getestet, was es braucht, um Open RAN-Mobilfunknetze zu planen, umzusetzen, zu betreiben und in die bestehende Infrastruktur zu integrieren. Die Projektpartner bauen dafür Testfelder in Neubrandenburg, und Plauen auf. Damit sammeln die Netzbetreiber frühzeitig Erfahrungen, um das Mobilfunknetz in Deutschland effizienter zu machen und die Umstellung auf neue Mobilfunkstandards zu beschleunigen. Ergänzt werden die Fördermaßnahmen durch ein Forschungsprojekt, das darauf abzielt, ein Open RAN kompatibles Komponenten-Ökosystem zu entwickeln. Die gesammelten Erkenntnisse können auch europaweit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Open RAN leisten.

Gruppenfoto vom Start der Open RAN-Förderung

Quelle: BMVI

Zum Open RAN Lab:

Das Open RAN Lab ist eine frei zugängliche Testumgebung und Entwicklungsplattform für die Erforschung, Erprobung und Entwicklung von Open RAN-basierten Netzen. Ziel des Labs ist es, die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu beschleunigen und industrielle Forschung voranzubringen. Das Projektkonsortium will dabei mit einer Open Source Strategie kooperative Entwicklung unterstützen. So sollen etwa mittels fachübergreifender Zusammenarbeit möglichst einheitliche technische Marktlösungen entwickelt werden. Im Open Lab erhalten KMUs und Startups direkten Zugang zu aktueller Forschung, Mentoring und einer Testumgebung mittels derer sie konkrete Anwendungsszenarien entwickeln und testen können. Ziel der Aktivitäten im Open RAN Lab wird außerdem die Weiterentwicklung offener Standards sein, etwa durch die Entwicklung von Prüfverfahren zur Datensicherheit, die Durchführung von Sicherheitsanalysen sowie Tests von Software-Komponenten und der Identifikation sicherheitskritischer Schnittstellen.

Zuwendungsempfänger: Deutsche Telekom AG (Konsortialführer), Altran Deutschland SAS/Capgemini Engineering, BISDN GmbH, EANTC AG, Fraunhofer-Heinrich Hertz Institut, highstreet technologies GmbH, Nokia, Telefónica, TU Berlin. Die Zuwendungsempfänger sind Teil eines Konsortiums, das sukzessive um interessierte Partner erweitert wird.

Fördermittel: rund 17 Millionen Euro

Zum Projekt „Protopolis“:

Die Vodafone errichtet in Plauen an mehreren LTE- und 5G-Basisstationen ihres Mobilfunknetzes einen Prototyp eines auf Open RAN-Technologie basierenden Netzes. Ziel ist es, die Integration von Open RAN-Komponenten in das bestehende Mobilfunknetz unter Realbedingungen zu erforschen und zu erproben. Damit sollen Erkenntnisse gesammelt werden, wie ein professioneller, sicherer und effizienter Betrieb von Open RAN funktionieren kann.

Zuwendungsempfänger: Vodafone GmbH
Fördermittel: rund 1,5 Millionen Euro

Zum Projekt „O-RAN Town“:

Die Deutsche Telekom plant Neubrandenburg als Pilotstadt für Open RAN aufzubauen. Ziel ist es, Open RAN im realen Wirkbetrieb mit deutscher und europäischer Herstellerbeteiligung zu erforschen und mögliche Schwachstellen von Open RAN-basierten Netzten sowie Hardware- und Softwarekomponenten im Realbetrieb zu identifizieren. Die mit diesem Projekt geschaffenen Grundlagen sollen u.a. in die Arbeit des Open RAN Labs und der Open RAN Alliance mit einfließen. Damit soll die Open RAN-Technologie und ein entsprechendes Ökosystem unter deutscher und europäischer Beteiligung gefördert werden.

Zuwendungsempfänger: Deutsche Telekom AG
Fördermittel: rund 10,5 Millionen Euro

Zum Projekt „O-RAN Ecosystem Enabler“:

Nokia plant am Firmenstandort Ulm ein Testcenter für Open RAN unter Realbedingungen aufzubauen. Diese O-RAN Testumgebung soll genutzt werden, um die Interoperabilität der Produkte und Lösungen mehrerer Anbieter zu erforschen und zu erproben. Außerdem sollen Anwendungen entwickelt werden, die die Qualität des RAN-Netzwerkes verbessern und effizienter machen, z.B. durch die Optimierung des Energieverbrauchs. Ziel ist es, einen Plan für ein Open RAN-Ökosystem zu erstellen, der auch Innovationsansätze wie u.a. das Internet of Things oder den Mobilfunkstandard 6G beinhaltet. Damit soll eine fundierte Grundlage für weitere Open-RAN Lab und -City-Projekte geschaffen werden.

Zuwendungsempfänger: Nokia Solutions and Networks GmbH & Co. KG
Fördermittel: rund 2,5 Millionen Euro