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Hier testet Bundesminister Andreas Scheuer ein autonomes Fahrzeug „made in Germany“ auf dem grenzüberschreitenden Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren in Schengen.

Die Mobilität überschreitet derzeit eine neue – digitale – Grenze mit zunehmender Vernetzung und Automatisierung, die eine „Verständigung“ zwischen den Fahrzeugen sowie die Kommunikation sowohl mit der Straßeninfrastruktur als auch mit den anderen Verkehrsteilnehmern ermöglichen. Im Rahmen der Entwicklung einer vernetzten und automatisierten Mobilität in der Europäischen Union wurde ein grenzüberschreitendes Testfeld zwischen Luxemburg, Deutschland und Frankreich eingerichtet.

Das zur Förderung der Mobilität der Zukunft als europäisches Leuchtturmprojekt im Herzen Europas konzipierte Testfeld spiegelt den gemeinsamen Wunsch der drei Länder wider, der Industrie, der Forschung und der Wissenschaft zu ermöglichen, Anwendungsmöglichkeiten und neue Technologien großräumig und unter realen und grenzübergreifenden Bedingungen auf allen Straßenarten (Autobahnen, Landstraßen, städtisches Umfeld usw.) zu erproben. Das einzigartige Testfeld erstreckt sich über den Süden Luxemburgs, den Norden der Region Grand Est in Frankreich und das Saarland in Deutschland.

Am Mittwoch, 3. April 2019, fand in Schengen (Luxemburg) der „Cross-Border Digital Testbed Project Day“ statt. Wegen seiner einzigartigen Lage im Dreiländereck ist das Dorf Schengen die Wiege des grenzenlosen Europas und gilt als symbolischer Ort der europäischen Integration und der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Anlässlich des „Cross-Border Digital Testbed Project Day“ wurden in Anwesenheit der luxemburgischen, französischen und deutschen Minister die ersten Testfahrten auf dem grenzüberschreitenden Testfeld durchgeführt. Um die Sicherheit der verwendeten Technologien zu bestätigen, wurden auf einem Teil der Strecke Anwendungsfälle in Echtzeit durchgeführt, bei denen Situationen des autonomen Fahrens sowie Grenzüberfahrten, während derer die Fahrzeuge mit ihrem Umfeld vernetzt blieben, nachgestellt wurden.

Étienne Schneider, Vizepremierminister Luxemburgs und Minister für Wirtschaft:

Luxemburg belegt mit mehreren namhaften F&E-Zentren in Europa bereits eine strategische Position in der Branche der Automobilzulieferer. Wir möchten ebenfalls ein Testboden für autonome Fahrzeuge und ein Land der Spitzentechnologien für grenzüberschreitendes kooperatives, vernetztes und automatisiertes Fahren sein. Deshalb hat Luxemburg bereits massiv in die nationalen und internationalen redundanten Hochgeschwindigkeitsverbindungen investiert, ebenso wie in die zukunftsweisenden digitalen Infrastrukturen, für die das zukünftige 5G-Netz ein ausschlaggebendes Element sein wird.

François Bausch, Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten von Luxemburg:

Durch die Digitalisierung und Automatisierung des Transportwesens können künftig Emissionen reduziert, Staus verringert oder neue On-Demand-Transportformen angeboten werden. Umso mehr, als die Automatisierung und die Vernetzung der Fahrzeuge bereits heute zu einer Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. Aus diesen Gründen verpflichtet sich Luxemburg gemeinsam mit Frankreich und Deutschland dazu, einen Rahmen einzurichten, um diese neuen Technologien zu testen und zu verfeinern.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur von Deutschland:

Die Mobilität der Zukunft, die beginnt jetzt – und wir sind mittendrin. Auf dem Digitalen Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg wird erprobt, was künftig Standard sein wird. Das automatisierte und vernetzte Fahren ist eine absolute Zukunftstechnologie. Sie bietet neue Möglichkeiten für den ÖPNV und die Anbindung ländlicher Gebiete sowie generell für mehr Verkehrssicherheit und Klimaschutz. Die meisten Patente dafür kommen aus Europa – insbesondere aus Deutschland. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen diese Kernkompetenz für den Autobau des 21. Jahrhunderts stärken.

Elisabeth Borne, Ministerin für Verkehr von Frankreich:

Die Entwicklung des autonomen und vernetzten Fahrens ist eine hervorragende Gelegenheit, um vielfältigere und sicherere Verkehrsdienste zu entwickeln, indem in den Regionen, insbesondere dem ländlichen Raum, angepasste Lösungen vorangebracht werden. Um dies zu erreichen, müssen wir auf europäischer Ebene zusammenarbeiten, um dabei die Interoperabilität und die Sicherheit zu gewährleisten. Die in Schengen vorgestellten Projekte zeigen, dass zum einen ehrgeizige Ziele verfolgt werden, zum Beispiel mit dem Projekt TERMINAL, einem autonomen grenzüberschreitenden Pendelverkehrsdienst, und man zum anderen auch die Sicherheit nicht aus den Augen verliert, insbesondere durch Vorstellung der ersten Ergebnisse des TRIICA-Projekts zur Bewertung der Fähigkeiten autonomer Fahrzeuge bei der Erkennung einer zwischen den Ländern divergierenden Verkehrsumgebung. Die Vorstellung dieser Projekte zeigt die große Vielfalt der Dienste, die mit einer Vernetzung möglich sind.

Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr aus dem Saarland:

Wir wollen als Standort der Automobilindustrie am Auto von morgen bauen. Dazu ist Mut notwendig, um neue Wege zu gehen und auch die Bereitschaft, neue Technologien und Entwicklung zu testen. Das autonome Fahren ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft. Auf dem grenzüberschreitenden Testfeld testen wir wegweisende Schritte auf dem Weg zu smarten Mobilitätskonzepten. Die Erkenntnisse werden uns dabei helfen, zum Beispiel die Bedingungen im grenzüberschreitenden ÖPNV besser an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Gleichzeitig kommen wir der schrittweisen Umrüstung des öffentlichen Verkehrs auf alternative Antriebe näher.