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Vernetzt auf der Autobahn

Quelle: BMVI

Bundesminister Andreas Scheuer:

Die Mobilität der Zukunft, die beginnt jetzt – und wir sind mittendrin. Auf dem Digitalen Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg wird erprobt, was künftig Standard sein wird. Das automatisierte und vernetzte Fahren ist eine absolute Zukunftstechnologie. Sie bietet neue Möglichkeiten für den ÖPNV und die Anbindung ländlicher Gebiete sowie generell für mehr Verkehrssicherheit und Klimaschutz. Die meisten Patente dafür kommen aus Europa – insbesondere aus Deutschland. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen diese Kernkompetenz für den Autobau des 21. Jahrhunderts stärken.

Quelle: Gemeinsame PM des BMVI (Deutschland), Ministerium für Wirtschaft (Luxemburg), Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten (Luxemburg), Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (Saarland) sowie Verkehrsministerium (Frankreich); 03.04.2019

Automatisierte, autonome und vernetzte Fahrzeuge und vernetzte Verkehrsinfrastrukturen sind längst keine Science Fiction mehr. Die technischen Entwicklungen sind weit fortgeschritten. Künftig erlauben uns selbstfahrende Fahrzeuge Mobilität bis ins hohe Alter und bei körperlichen Einschränkungen. Die Unfallzahlen werden zurückgehen, weil heute mehr als 90 Prozent der Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind. Damit kommen wir der „Vision Zero“ deutlich näher, als wir es mit herkömmlichen Methoden jemals könnten.

Deutschland hat sich als Vorreiter und internationaler Impulsgeber beim automatisierten und vernetzten Fahren etabliert. Diese Position gilt es zu halten und weiter auszubauen.

Digitale Testfelder im öffentlichen Straßenraum sind ein wesentlicher Bestandteil der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes und haben verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Fokus. Wirtschaft und Forschung können Erfahrungen im Realverkehr und in Fahrsituationen unterschiedlicher Komplexität gewinnen. Die Politik erhält Erkenntnisse, die Grundlagen für verkehrspolitische Entscheidungen sind. Bürgerinnen und Bürger sollen auf Testfeldern die Potenziale der neuen Technologien „anfassbar“ erleben können.

Die Testfelder im Überblick:

Digitales Testfeld Autobahn

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Im Rahmen der Innovationsförderung hat das BMVI 2015 das Digitale Testfeld Autobahn (DTA) auf der A 9 in Bayern eingerichtet – als technologieoffenes Angebot für Industrie und Forschung. In diesem „Labor unter Realbedingungen“ werden innovative Anwendungen auf dem Gebiet des vernetzten und automatisierten Fahrens und der intelligenten Infrastruktur im Realverkehr erprobt (z. B. Sensoren, Messeinrichtungen, die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander oder mit der Infrastruktur). Das DTA hat sich als Keimzelle für zukünftige Entwicklungen etabliert.

Digitales Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg

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Ende September 2016 wurde die „Deutsch-Französische Initiative Elektromobilität und Digitalität“ gestartet. Deren Ziel ist die verstärkte Zusammenarbeit beider Länder, um Innovationen in den Bereichen E-Mobilität und automatisiertes und vernetztes Fahren voranzutreiben. Im Rahmen der Initiative wurde die Einrichtung des Digitalen Testfelds Deutschland-Frankreich mit Verlauf vom Saarland (Merzig-Saarlouis-Saarbrücken) nach Metz in Frankreich vereinbart. Dem Testfeld ist in 2017 Luxemburg beigetreten, sodass daraus das weltweit erste trilaterale Testfeld für das automatisierte und vernetzte Fahren entstanden ist. Es wurden drei nationale Anlaufstellen eingerichtet, eine Steuerungsstruktur und eine gemeinsame Konzeption abgestimmt sowie Erörterungen mit Wirtschaftsverbänden und Vertretern der Wissenschaft durchgeführt. Auf dem grenzüberschreitenden Testfeld gibt es aktuell zwei EU-geförderte Erprobungsvorhaben: Das Projekt „5G CroCo“ untersucht grenzüberschreitende 5G-Anwendungen. Das Projekt „Terminal“ widmet sich dem grenzüberschreitenden Pendelverkehr mit Shuttle-Fahrzeugen. Auch Belgien plant eine aktive Teilnahme am grenzüberschreitenden Testfeld.

Städtische Testfelder

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Um Verkehrsflüsse zukunftssicher auszurichten und die Entwicklung dafür notwendiger Technologien voranzutreiben, fördert das BMVI auch Entwicklungen und Erprobungen auf Testfeldern im städtischen und ländlichen Raum.

Digitale Testfelder in Häfen

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Auch in der Schifffahrt, der Hafenlogistik und maritimen Lieferketten sollen digitale Technologien und der automatisierter Betrieb vorangetrieben werden. Mit dem Förderprogramm Digitale Testfelder in Häfen beschreiten wir Neuland: Im Unterschied zu bereits bestehenden digitalen Testfeldern, die im Wesentlichen der Erprobung einzelner Verkehrsträger dienen, muss ein digitales Testfeld im Hafen u. a. die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger, automatisierte Umschlagprozesse sowie die Hafeninfra- und Suprastruktur einbeziehen. Das Fördervolumen für die Haushaltsjahre 2021 bis 2024 beträgt rund 63 Millionen Euro (2021: 14,0 Millionen Euro, 2022: 18,54 Millionen Euro und 2023 und 2024: jeweils 15.0). Die Förderrichtlinie ist am 01.01.2021 in Kraft getreten und am 20.01.2021 wurde der erste Förderaufruf gestartet. Sie ist bis 31.12.2024 befristet.

Digitale Testfelder an Wasserstraßen

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Zur Förderung der Digitalisierung in der Binnenschifffahrt, speziell des automatisierten und vernetzten Fahrens, sollen nach dem Koalitionsvertrag auch digitale Testfelder auf der Wasserstraße unterstützt werden, um der Industrie die Erprobung von Systemen zu ermöglichen und die Entwicklung hin zur hoch oder sogar voll automatisierten Navigation in der Binnenschifffahrt fortzusetzen. Hierzu hat das BMVI zum 01.08.2020 eine Förderrichtlinie für Investitionen zur Entwicklung von digitalen Testfeldern an Bundeswasserstraßen in Kraft gesetzt, die auf großen Zuspruch gestoßen ist. Das Förderprogramm ist bis zum 31.12.2022 befristet, soll aber bis Ende 2024/2025 verlängert werden. Erste Zuwendungsbescheide sind für Mitte März 2021 vorgesehen.

Neues Projekt zur Untersuchung des Mischverkehrs geplant

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Auf den Autobahnen A 2 und A 8 soll innerhalb der nächsten Jahre untersucht werden, wie automatisierte und nicht-automatisierte Fahrzeuge gemeinsam sicher und verträglich die Straße nutzen können. Schwerpunkte sind die Wirkungen auf die Verkehrssicherheit (Verkehrsunfälle), den Verkehrsablauf (gefahrene Geschwindigkeiten, Staus etc.) und die Umwelt. Ein weiterer Aspekt wird die Wirkung unterschiedlicher Fahrgeschwindigkeiten/ Geschwindigkeitsprofile auf das hochautomatisierte und autonome Fahren unter den Bedingungen eines Mischverkehrs sein. Die ersten Zwischenergebnisse sollen Ende 2021 vorliegen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontaktstellen

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Die Kommunikations- und Koordinierungsplattform Automatisiertes Fahren (KOAF) steht für allgemeine Anfragen zu den o.g. Testfeldern im Straßenverkehr (insbesondere „Digitales Testfeld Autobahn“ und „Digitales Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg“) oder bei Interesse an deren Nutzung unter E-Mail: koaf[at]bmvi.bund.de oder Telefon: 030 18-300-6247/-6248 zur Verfügung.

Anfragen zur intelligenten Infrastruktur auf dem Digitalen Testfeld A9 können an das Referat Straßenverkehrstelematik, Rastanlagen beim BMVI unter Ref-StB27[at]bmvi.bund.de gerichtet werden.