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Quelle: BMDV

Startschuss für neue MiD 2023 gefallen – Ausschreibung erfolgt

Das BMDV benötigt zur Überprüfung der auf Grundlage des Bundesverkehrswegeplans beschlossenen Bedarfspläne aktualisierte Kennwerte der Mobilität und wird daher eine neue „MiD 2023“ in Auftrag geben. Auch zur Weiterentwicklung der Maßnahmen des Klimaschutzpakets bedarf es einer neuen MiD, um relevante Mobilitätsindikatoren neu eichen zu können.

Nicht zuletzt erfordert die Corona-Pandemie eine Überprüfung, ob und inwiefern durch sie nachhaltige Änderungen in der Mobilität bewirkt worden sind. Die neue MiD soll aber nicht die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Krise messen, also z.B. nicht, welchen Zuspruch Homeoffice etwa in Lockdown-Zeiten erfährt. Vielmehr soll sie aufzeigen, ob die Kennwerte nach der Pandemie – also in einer neuen „Normalität“ der Alltagsmobilität – neu justiert werden müssen. Hierfür stellt voraussichtlich das Jahr 2023 einen guten Zeitraum für die Erhebung dar. Bis dahin sollte sich ein neuer Mobilitätsalltag eingestellt haben.

Derzeit bereitet das BMDV die neue MiD 2023 vor. Die Vergabe ist Anfang Dezember 2021 erfolgt. Den Zuschlag erhielt das Konsortium aus infas, DLR Institut für Verkehrsforschung, IVT GmbH sowie infas360, das auch bereits die MiD 2017 erfolgreich durchgeführt hat. Inhaltlich und methodisch soll sich die MiD 2023 eng an dem Konzept der MiD 2017 orientieren. Auch die Möglichkeit, dass sich regionale Partner beteiligen, ist vorgesehen. Das Grundkonzept der MiD wurde interessierten Ländern, kommunalen Gebietskörperschaften und Verkehrsverbünden im Oktober 2021 präsentiert, die konkreten Teilnahmebedingungen am 13.01.22.

MiD - die wichtigste Studie zur Alltagsmobilität

Die MiD ist die größte bundesweite Erhebung und auch weltweit eine der größten Erhebungen zur Alltagsmobilität. Die MiD wird bisher in mehrjährigen Abständen durchgeführt - zuletzt 2002, 2008 und 2017. Die wichtigsten Ergebnisse sind unten unter „weiterführende Informationen“ abrufbar. Im Auftrag des BMDV wurden zuletzt mit der MiD 2017 der methodische, inhaltliche und organisatorische Rahmen entwickelt und rd. 70.000 Personen aus 35.000 Privathaushalten befragt. Die Bundesstichprobe ermöglicht damit verlässliche Aussagen zu Ländern und Raumtypen, z.B. für Metropolen oder ländliche Regionen, aber nicht für einzelne Regionen oder Städte. Rd. 60 regionale Partner - Länder, Regionen und Kommunen - haben das BMDV-Angebot aufgegriffen, den MiD-Rahmen für regionale Vertiefungen der Inhalte zu nutzen. Für regionale Vertiefungsstichproben hatten die regionalen Partner die Befragung von weiteren rd. 245.000 Personen in 120.000 Haushalten finanziert und können die Ergebnisse für ihr Gebiet mit bundes- und landesweiten Kennwerten vergleichen.

Das BMDV hat für die Zeit nach der MiD 2023 erste Schritte zur Verstetigung der MiD-Erhebungen in einem festen Erhebungsrhythmus und in kürzeren Abständen eingeleitet.

Innovative Methoden der empirischen Sozialforschung werden weiterentwickelt

Konzipiert als Befragung per schriftlich-postalischem Fragebogen, Online-Fragebogen oder Telefoninterview wird auch die MiD 2023 auf klassische Methoden der empirischen Sozialforschung zurückgreifen. Damit gelingt es weiterhin sehr verlässlich, die Alltagsmobilität – Wege, Wegezwecke, Wegelängen - repräsentativ für die Bevölkerung zu ermitteln. Im Rahmen der MiD werden diese Instrumente durch viele neue, innovative Ansätze der empirischen Sozialforschung ergänzt, um die Qualität der Ergebnisse abzusichern und neue Auswertepotenziale auszuschöpfen. So kommen z.B. Verfahren der Small-Area-Schätzung zur Anwendung, um Mobilitätskennwerte bundesweit auf regionaler Ebene schätzen zu können.

Verschiedene Studien des BMDV zeigen, dass neue digitale Daten, wie z. B. Mobilfunkdaten oder GPS-Daten, häufig aufgrund der spezifischen Kunden- und Datenstruktur „schief“ sind – also nicht repräsentativ. Daher müssen diese an den „klassischen“ Statistiken geeicht werden. Und neue digitale Daten sagen kaum etwas zu den Zwecken aus, zu denen die Menschen unterwegs sind (siehe Abbildung). An diesem – insbesondere für die Prognose der Mobilität - wichtigen Punkt sind sie damit nahezu „blind“.

Das MiD-Erhebungskonzept bleibt daher auch trotz der zunehmenden Verfügbarkeit von Mobilfunk- und GPS-Daten bedeutsam, denn es bildet eine zuverlässige Grundlage, um das in neuen digitalen Daten steckende Potenzial für neue Fragestellungen von Mobilität und Verkehr zielgenau zu erschließen.

Grafik Entwicklung des Verkehrs nach Wegezwecken

Quelle: BMDV